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"Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, ..." (Jn 14,18) 

Meine lieben Brüder und Schwestern,

Der gerade begonnene Monat Juni ist von vielen kirchlichen Festen, vor allem aber der Feier von Pfingsten, vom Festtag des Heiligen Geistes, geprägt. Für unsere Vorbereitung auf diesen Feiertag bietet uns die Liturgie in der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten in den Eucharistiefeiern die fortlaufende Lesung der Apostelgeschichte an.

Dieses Buch erzählt uns, wie es den Jüngern Jesu gelungen war, ihre Angst vor den Juden zu überwinden und das Evangelium ausgehend von Jerusalem in immer mehr Gegenden zu verkünden. Der Hauptakteur dieser so entscheidenden Verwandlung im Leben der Jünger Jesu trägt einen Namen: der Heilige Geist (vgl. Apg 2,33).

Aber die Apostelgeschichte erzählt uns nicht nur von den Wundern, die die Apostel vollbracht haben, sie informiert uns auch über die immensen Schwierigkeiten und Herausforderungen, denen sie sich gegenübersahen. Und dies sowohl im Blick auf die Vielzahl interner Auseinandersetzungen als auch im Blick auf den wachsenden Widerstand von außen. Die ersten Jünger waren schnell schweren Verfolgungen ausgesetzt, die zur Ermordung von Stephanus (Apg 7,54-60) und Jakobus, dem Bruder des Johannes führten (Apg 12,1-2). Innerhalb der Gemeinschaft gab es Zwietracht und Streitereien. Als Beispiel seien genannt die Ungerechtigkeiten bei der Versorgung der Witwen nichthebräischer Herkunft (Apg 6,1-2) und der bedrohliche Konflikt um die vermeintliche Notwenigkeit einer Beschneidung der Heiden, die Christen werden wollten (vgl. Apg 15). In allen genannten Fällen konnten diese und andere Schwierigkeiten überwunden werden. Die jeweilige Herausforderung wurde erkannt und gemeistert, weil der entscheidende Akteur am Wirken war: der Heilige Geist.

Das Lesen und Hören der Apostelgeschichte lässt uns fest an den Heiligen Geist glauben. Ja, der Geist war in der frühen Kirche wirklich am Werk und er war es, der den frühen Christen den Weg nach vorne zeigte, den Weg gerechter Lösungen für die wachsenden Probleme und die wichtige Entscheidungen, die die ersten Jünger Jesu zum Wohl der Gemeinde getroffen haben. All diesem Handeln und Abwägen der Jünger steht der legendäre Satz des so genannten Apostelkonzils: "Der Heilige Geist und wir haben beschlossen ... "(Apg 15,28).

Ist das heute noch genauso in der Gemeinschaft der Kirche, ob nun global oder lokal, sprich bei uns? Unsere Kirche ist mit Vielzahl von Problemen konfrontiert, ja mit hochbedrohlichen Herausforderungen. Daher drängt sich die Frage nach dem Wirken des Heiligen Geistes in unserer Kirche, auch in unserem Bistum, regelrecht auf. Wenn er tatsächlich mit seiner Kraft gegenwärtig ist, woran erkennen wir es dann. Meine persönliche Antwort auf diese Frage ist von Grund auf positiv: Ja, der Heilige Geist wirkt weiterhin in unseren Kirchgemeinden hier im mittleren und oberen Kahlgrund. Erstens, weil Jesus selbst es uns fest versprochen hat, uns nicht als Waise zurückzulassen, sondern uns den Beistand zu senden. Natürlich ist die Präsenz des Heiligen Geistes eine eher diskrete und unaufdringliche; er weht wie der Wind, also können wir es nicht sehen. Aber, und das ist für mich der zweite Punkt, wir erkennen seine Gegenwart dank seiner Werke. Paulus zählt im Galaterbrief die wichtigsten von ihnen auf: "Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Güte, Treue, Sanftmut, Mäßigkeit".

Wenn ich dann auch noch das freiwillige Engagement von so vielen Männern und Frauen in seiner ganzen Bandbreite betrachte und ihren Einsatz sehe für Räte, Ausschüsse und Verbände, die kaum zu zählenden caritativen Aktionen und spontanen Hilfsangebote, dann ist für in all dem das Wirken des Heiligen Geistes fast mit Händen zu greifen. Dies gilt auch mit Blick auf die vielen Verbindungen zwischen den Kirchgemeinden unserer beiden Pfarreiengemeinschaften, die in den letzten drei Jahren entstanden sind. Wer sonst als der Heilige Geist bringt uns dazu, über den Tellerrand unserer eigenen Pfarrei hinauszublicken? Von Huckelheim bis Hohl erleben wir uns zuallererst gemeinsam als Katholikinnen und Katholiken im Kahlgrund. Danach erst als Mitglieder unserer jeweiligen Kirchgemeinde.

Natürlich leiden auch wir immer mehr unter der zurückgehenden Zahl von Priestern. Aber wir haben längst begriffen, dass die Verkündigung und die Praxis des Evangeliums einen Dienst darstellen, der uns allen aufgetragen ist. Vor allem deshalb sind die Pfarreiengemeinschaften entstanden, einschließlich des Pilotprojekts einer engen Zusammenarbeit zwischen dem „Mittleren Kahlgrund“ und „Christus Immanuel“. Es geht darum, die Arbeit des weniger gewordenen Personals und das Engagement der vielen Ehrenamtlichen für das Evangelium besser zu koordinieren. Dieser Entwicklung sind wie in der Kirche des Anfangs viele Diskussionen und Beratungen vorangegangen. Dann aber kam es zu einer Entscheidung, in der ich den Heiligen Geist am Wirken sehe. Denn diese Entscheidung wird von der überwältigenden Mehrheit derer getragen, die sich hochengagiert für das Evangelien einsetzen und es durch ihren diakonischen Dienst zum Leuchten bringen.
Dies alles beweist für mich, dass der Geist Gottes sich auch heute noch regt und seine Kirche gerade in der aktuellen Krise nicht verlassen hat. Jetzt liegt es hier im mittleren und oberen Kahlgrund an uns, im Gebet zu verharren und darum zu bitten, dass Jesus Christus das bei uns begonnene Werk mit seinem Segen begleitet und zur Vollendung bringt. Ein frohes Pfingstfest für Sie alle!

Ihr Mitbruder in Christus, Abbé Matthieu


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Auf ein Wort

Gedanken von Abbé Matthieu zu Pfingsten

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