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Dekan: Danke, dass Sie sich kurz Zeit für mich nehmen. Ich kann mir gut vorstellen, dass Sie, liebe Frau Zukunft, jede Menge Terminanfragen gerade aus kirchlichen Kreisen bearbeiten müssen.

Zukunft: Da täuschen Sie sich, Herr Dekan. Man spricht zwar in den von Ihnen genannten Kreisen fast schon floskelhaft von der „Pastoral der Zukunft“, doch scheint das Interesse an einer näheren
Bekanntschaft mit mir nicht sehr ausgeprägt. Vielleicht liegt das daran, dass man dort zu sehr auf Personalzahlen und Finanzen schaut. Aber ich bestehe nun einmal am allerwenigsten aus
irgendwelchen Kennziffern. Man kann an mir nicht herumschrauben und behaupten, man wüsste, wie ich dann in fünf oder zehn Jahren aussehe.

Dekan: Sie legen also Wert auf Ihre Unberechenbarkeit?

Zukunft: Ich will einfach davor warnen, mir ein bestimmtes Aussehen aufzuzwingen. Sie kennen doch den Begriff der Self-Fulfilling-Prophecy?

Dekan: Sie meinen das, was man in der Verhaltenspsychologie als Selbst-erfüllende-Vorhersage bezeichnet?

Zukunft: Schauen Sie, kürzlich wurde von seriösen Freiburger Forschern prognostiziert, dass die beiden großen Kirchen in Deutschland bis 2060 die Hälfte ihrer Mitglieder verloren haben werden.

Dekan: Mich hat diese Meldung von Anfang Mai nicht besonders geschockt.

Zukunft: Die Finanzdirektoren der Bistümer und die Personalchefs dafür umso mehr. Viele sehen sich in ihrer teilweise panikartigen und undifferenzierten Sparpolitik bestätigt. Und sie werden mit traumwandlerischer Sicherheit jede Menge von Maßnahmen ergreifen, die wesentlich dazu beitragen werden, dass der für 2060 vorhergesagte Mitgliederschwund auch eintreffen wird.

Dekan: Dabei läge es nicht nur an den Finanzern und den Personalern, sondern an uns Hauptamtlichen insgesamt und allen ehrenamtlich Engagierten, hier noch etwas zu ändern. Soweit ich die Prognose verstanden habe, sind zwei der drei genannten Hauptfaktoren der Entwicklung durchaus beeinflussbar.

Zukunft: Sie sagen es. Allein am demographischen Schwund können Sie kaum etwas machen. Aber bei den Punkten der „Taufverweigerung“ und „Kirchenaustritt“ sieht das ganz anders aus.

Dekan: Das heißt also, wir müssten erheblich mehr Aufwand an Zeit, Geld und Engagement für Menschen aufwenden, die sich von der Kirche in ihrem jetztigen Zustand abgewandt haben?

Zukunft: Zumindest sollten Sie aufpassen, dass Sie nicht alle Ihre Ressourcen in das halbe Dutzend gleichzeitiger Reformprozesse in Ihrem Ordinariat stecken und tagaus tagein über die pastorale Neuordnung Ihres Bistums fantasieren. Es heißt vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen, wenn man vor lauter Reformen den Menschen nicht mehr sieht.

Dekan: Liebe Frau Zukunft, Sie wollen doch nicht etwa in den vielstimmig schrillen Diözesan-Jammerchor eintreten? Nennen Sie lieber ein paar Beispiele, die uns helfen könnten, Sie heiterer und zuversichtlicher zu sehen!

Zukunft: Hören Sie auf, mir mit Ihren SmalTalk die Zeit zu stehlen. Sie und Ihre Institution müssen erst einmal meiner ungeschminkten Schwester ins Gesicht schauen und deren Anblick ertragen: ducken Sie sich nicht länger weg vor der Gegenwart, auch wenn sie zumnindest für ihre Kirche nicht besonders liebreizend daherkommt. Sie landen mit Ihrem Beitrag zum Gemeinwohl auf Platz 102 und befinden sich damit in der schlechten Gesellschaft von Unternehmen, denen die Leute nicht mehr über den Weg trauen.

Dekan: Das hat mich allerdings fassungslos gemacht. Wir haben das wahrlich nicht verdient.

Zukunft: Baden Sie nur weiter in Ihrem Selbstmitleid! Tun Sie doch endlich mehr für die diejenigen, die Sie, Herr Dekan, kürzlich als die „Treu-Distanzierten“ bezeichnet haben. Hierbei handelt es sich um mehr als 70% der Kirchensteuerzahler in Ihrem Bistum. Halten Sie besseren Kontakt mit diesen Menschen. Deren Geduld ist nämlich so gut wie erschöpft!

Dekan: Wir haben doch passable Pfarrbriefe und schöne Internetauftritte.

Zukunft: Papalapap! Diese Menschen erreichen Sie nur mit einer wirklich professionellen Öffentlichkeitsarbeit, die um die großen Themen aus deren Lebenswelten weiß. Sie müssen Ihnen etwas bieten zur Bewältigung des Alltags, des digitalen Umbruchs in der Arbeitswelt, der Transformation der klassischen Familienverhältnisse. Sie müssen die vielen Singles im Blick haben usw.

Dekan: Und das, wo wir gerade Personal einsparen wo es nur geht?

Zukunft: Glauben Sie denn, das mit Ihren Hauptamtlichen schaffen zu können? Vergessen Sie es! Sie müssen endlich in die Förderung des Ehrenamts investieren. Und kümmern Sie sich endlich einmal um die Gründe für die vielen Kirchenaustritte in Ihrem Bistum! Die gehen doch nicht nur wegen des Missbrauchsskandals. Für die ist Ihr ganzer Laden in den vergangenen Jahren einfach nur noch belanglos geworden!

Dekan: Ich bitte Sie ....

Zukunft: Nein, bitten Sie mich nicht. Noch haben Sie es halbwegs in der Hand, wie Sie mich in zehn Jahren antreffen. Ob ich Ihnen da als die häßliche Alte entgegentrete, die zu werden, Sie mich heute zwingen oder zumindest mit einem passablen Aussehen. In diesem Sinne: Auf Wiedersehen, Herr Dekan!


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Auf ein Wort

Gespräch mit der Zukunft

Dekan: Danke, dass Sie sich kurz Zeit für mich nehmen. Ich kann mir gut vorstellen, dass Sie, liebe Frau Zukunft, jede Menge Terminanfragen gerade aus kirchlichen Kreisen bearbeiten müssen. Zukunft: Da täuschen Sie sich, Herr Dekan. Man spricht zwar in den von Ihnen genannten Kreisen fast schon floskelhaft von der „Pastoral der Zukunft“, doch scheint das Interesse an einer näherenBekanntschaft ...

Nachrichten

Mini-Übernachtung 2019

Am letzten Freitag vor den Sommerferien trafen sich die Schneppenbacher Minis zu einem fröhlichen Abend mit Übernachtung im Pfarrheim. Nach einem großen Hallo ging es erst einmal daran, das Nachtlager aufzuschlagen (das beim ein oder anderen recht groß ausfiel....). Danach ging es auf große Schnitzeljagd die extra von Emma vorbereitet wurde. Das ganze herumtoben verursacht natürlich einen ...

Wie geht es weiter ab September?

Wie Sie wissen, stehen bei uns personelle Veränderungen an. Pfarrer Eirich wird sich für das Amt des Bundespräses der KAB bewerben. Die Wahl für dieses Amt steht Mitte November an. Für uns gibt es eine Übergangsphase ab September bis Ende Dezember 2019. In dieser Zeit wird Pfarrer Eirich nur noch unregelmäßig da sein, da er sich einer Reihe von KAB-Diözesanvorständen vorstellen muss. Ab 1.1.2020 ...

Bischof Franz zu Gast im Dekanat

Am 1.7.2019 besuchte Bischof Dr. Franz Jung unser Dekanat im Zuge seiner „Kennenlern-Tour“ durch das Bistum. Er traf im Pfarrheim in Krombach zunächst mit den Mitgliedern der Seelsorgekonferenz zusammen, feierte dann einen öffentlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Lambertus und St. Sebastian Krombach, um sich schließlich mit dem Dekanatsrat für ca. zwei Stunden zu treffen. ...

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