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Immer wieder sehen sich die Seelsorgerinnen und Seelsorger in den beiden Pfarreiengemeinschaften mit der Frage nach der „Wertigkeit“ von Wortgottesfeiern konfrontiert. Hierbei geht es auch um die Erfüllung der Sonntagspflicht.

Das Wichtigste vorab
Mit der Teilnahme an der in seiner Kirchgemeinde angebotenen Wortgottesfeier genügt der bzw. die Gläubige im Vollsinn dem Gebot des sonntäglichen Gottesdienstbesuches.

Sonntagspflicht der Kirchgemeinden

Die Christen haben schon früh begonnen, die Eucharistie am Sonntag, dem Tag der Auferstehung Jesu Christi, zu feiern. Diese Zusammenkunft war und ist den Fortbestand der Kirche noch wichtiger als die Existenz einer Ämterhierarchie. Denn christlicher Glaube „funktioniert“ vor allem in Gemeinschaft. Deshalb kann nur die regelmäßige sonntägliche Zusammenkunft in einer Kirchgemeinde deren Zerfall und damit auch den Niedergang des Glaubenslebens vor Ort verhindern. Gegen ein solches Sterben müssen wir uns in jeder unserer Kirchgemeinden mit allen Kräften wehren. Ich sehe nachgerade eine Verpflichtung dazu, sich in den Kirchen, wo an einzelnen Sonntagen keine Eucharistiefeier möglich ist, zum Gottesdienst versammeln: zu einem Wortgottesdienst, in dem auch die Kommunion ausgeteilt werden kann. Auch in dieser Form versammelt sich eine Gemeinde um den Herrn. Die nach wie vor gültigen Beschlüsse der Würzburger Synode sagen dazu: „Auch wenn eine solche Versammlung (...) die Form eines Wort- und Kommuniongottesdienstes hat, so wird sich in dieser Feier die Gemeinde doch ihrer Verbundenheit und Einheit mit den anderen Gemeinden des Herrn bewusst; sie gewinnt aus dem Hören des Wortes Gottes Weisung und Kraft für ihr Leben und ihr Glaubenszeugnis; sie begegnet Christus und empfängt ihn in seinem Wort und in den eucharistischen Gaben; sie verehrt Gott und wirkt mit am Heil der Menschen; sie wird im Gebet ihrer Abhängigkeit von Gott und seiner Treue inne; sie bekennt ihren Glauben und preist Gott" (Synodenbeschluss „Gottesdienst" 2.4.3).
Daher bitte ich Sie, liebe Schwestern und Brüder in unseren beiden Pfarreiengemeinschaften herzlich, an den Wortgottesfeiern nicht weniger als an den Eucharistiefeiern teilzunehmen. Wichtig ist dabei, dass alle die veränderte Situation zu verstehen suchen und gemeinsam zum geistlichen Wohl der jeweiligen Kirchgemeinde die notwendigen Wege gehen. Dann kann die abnehmende Zahl von Priestern zu einer Chance werden: Die einzelne Gemeinde wird sich noch mehr als bislang ihrer aktiven Mitverantwortung für den sonntäglichen Gottesdienst bewusst. Aus ihrer Mitte heraus organisiert sie angefangen von der Leitung des Gottesdienstes bis hin zu den liturgischen Diensten und der Entwicklung einer warmherzigen Willkommenskultur Sonntag für Sonntag ihre Zusammenkunft. Die ist die schönste, weil umfassendste Erfüllung der Sonntagspflicht.

Pfr. Stefan-B. Eirich

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