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Es ergab sich im Jahre 2019, dass die Tiere des Zoos „Christus Immanuel“ unter einem riesigen Gedankenkonflikt litten. Einerseits liebten sie ihre Wächter über alles, da sie ihnen ja stets leckeres Futter zubereiteten und für warme und saubere Gehege sorgten. Andererseits machten sie die etwas älteren Tiere neugierig auf die angeblich so spannende Freiheit außerhalb des Zoos. Als die Anführer besagter Alten, Tobias und Melina, dann auch noch ein attraktives Angebot machten, sie zu schläusen, konnten das die Jungtiere nicht mehr ausschlagen und verließen mit einem lachenden und einem weinenden Auge ihre Wächter. Gott sei dank war der Schleuser so vertrauenserweckend, dass ihnen der Abschied relativ leicht fiel. An einer ganz bestimmten Stelle fanden die Jungtiere es besonders gut. Es war warm, es gab genügend Schlafstätten für jeden und das Futter war super. Außerdem lag hier eine ganz wunderbare Melodie in der Luft: „Hey es geht uns gut, dreht die Stimmung auf. Madagaskar ruft und wir sind gut drauf…“. Hier entschieden sie sich also zu bleiben. Das einzige, was seltsam war, war, dass die Tiere, die schon an dieser Stelle wohnten, nicht so gut rochen. Angeblich war der Schlüssel zur Wasserstelle abhanden gekommen...

Trotz vermeintlich paradiesischer Zustände, warnten die alten Tiere vor gefährlichen Angreifern, die wohl öfter des Nachts aus den herumliegenden Wäldern auf das Lager stürmen würden. Es gab ja hier keine schützenden Gehege. Und den Gedanken, dass jemand ihr Futter oder ihre Fahne stehlen würde, fanden die Tiere auch nicht so prickelnd. Also erlernten die Tiere bereits vor der ersten Nacht einige Angreif- und Fluchttechniken, um sich und das Lager schützen zu können. Die Ältesten der Jungtiere simulierten hierbei die Angreifer.

In den nächsten Tagen kehrte das Freiheitsgefühl dann aber ein. Beispielsweise erklärte sich ein Stier bereit, dass die Jungtiere auf ihm reiten durften. Das machte ihnen so viel Spaß, dass sie daraus ein Spiel kreierten: Wer schafft es am längsten, sich am immer wilder hüpfenden Stier festzukrallen ohne herunterzufallen (keine Sorge, die Dschungel-Reporterin Marie, welche auch für die Gesundheit der Jungtiere zuständig war, berichtete, dass der Stier nur leichte Verletzungen erlitten hatte). Ein Parcours, Fitnessübungen und körnerhaltiges Futter (mit etwas Milch und Zucker in Waffeloptik) dienten zur Stärkung der Tiere. Am Abend strotzten die Tiere so vor Kraft, dass sie sich gegenseitig im dunklen Wald ihren Mut beweisen wollten. Da ahnten sie noch nicht, dass im Wald bereits 15-20 Angreifer lauerten, die dann später in der Nacht angreifen würden. Beim nächtlichen Angriff (1 von 2) dachten die Tiere dann mal kurz nach, wieder in die Behütung der Wächter zu flüchten. Aber gemeinsam waren sie ja gut gewappnet und schafften es, erfolgreich das Lager und die Fahne zu verteidigen. Ein kleiner Schock lag ihnen aber dann doch in den Knochen und so nahmen sie sich einen Tag Auszeit im Schwimmbad. Auch wenn nicht alle Tiere mitfahren wollten, um lieber im trockenen Lager zu verweilen, ergab es sich aufgrund glücklicher Umstände, dass am Ende doch alle Tiere nass und gewaschen waren. Anscheinend war wohl ein Teil des Lagers überschwemmt worden.

Ein weiterer Zwischfall ergab sich, als einige Tiere nicht im Lager waren. Der Tischdeckdienst war nicht rechtzeitig anwesend, sodass sich die Futtereinnahme um tragisch viele Minuten verzögerte. Zunächst dachten sich die Tiere, dass sie ja dann nie wieder das Lager verlassen sollten, wenn jedes Mal schreckliche Dinge passierten. Allerdings hatten einige Ältere Tiere im Sinne eines geregelten Miteinanders schon einige Gesetze (Lagergesetzbuch LGB) aufgestellt. Und so wurde dieser Fall zum Glück am letzten Abend im Rahmen des Lagergerichtes ausgehandelt und schuldige Tiere entsprechend bestraft (Kaba-Ausgabe). Trotz der tollen Erinnerung an diese Freiheit freuten sich die Jungtiere auch wieder auf ihren Zoo und die Wächter. Hier tanken sie nun wieder genug Energie um nächstes Jahr wieder ein paar Tage „abzuhauen“ (aber verratet es nicht den Wächtern!).

Nathalie Berninger

Firmen die das Zeltlager unterstützt haben.

 

 

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