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Hier die offizielle Mitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren aus den Räten, den Organisationen und den Gemeinden!

Als Verantwortlicher für alle Personalangelegenheiten der Doppelpfarreiengemeinschaft „Mittlerer Kahlgrund“ (Mömbris) und „Christus Immanuel“ (Krombach) habe ich heute die Aufgabe Ihnen folgende Nachricht bekannt zu geben:

Frau Stefanie Krömker wird ab Mittwoch, den 07. April 2021, nicht mehr in den Pfarreiengemeinschaften „Mittlerer Kahlgrund“ (Mömbris) und Christus-Immanuel (Krombach) als Pastoralreferentin tätig sein. In den vergangenen Monaten gab es einen Konflikt über Rolle und Zusammenarbeit. Die Hauptabteilung Personal des Bistums Würzburg hat diesen Konflikt kurzfristig mit dieser Entscheidung gelöst. Ein Stellenwechsel stand für Frau Krömker ohnehin in diesem Sommer an, dieser ist nun um drei Monate vorgezogen.
Das Pastoralteam bedankt sich im Namen der beiden Pfarreiengemeinschaften für ihr Wirken in den vergangenen 7 ½ Jahren und wünscht ihr für ihre Zukunft alles Gute und Gottes Segen.

Sicherlich weckt diese Nachricht auch den Wunsch nach einem Gespräch. Dafür sind wir gerne ab dem 12.4.2021 für Sie da. Andreas Hartung, Pfarrer

 

Pastoralreferentin Stefanie Krömker - für die meisten von uns, die mir Ihr zusammenarbeiten und -wirken durften, Stefanie - nimmt hier mit einem persönlichen Brief Abschied von Ihrer Aufgabe in der Doppel-PG.

ABSCHIEDSBRIEF

Mensengesäß, 6. April 2021

 

Liebe Brüder und Schwestern,

Eine Begegnung

Ende November ging ich auf der Hüttenberger Straße Richtung Pfarrbüro. Auf der anderen Straßenseite schritt ein Kind voran, dessen Mutter mit dem Kinderwagen in gehörigem Abstand folgte. An einer Einmündung blieb der Junge vorsichtig stehen. Ich lobte ihn und bekam erzählt, dass er nicht nur wegen der Autos stehen geblieben war, sondern er an jener Ecke mit seinem Freund verabredet sei, um gemeinsam zum Kindergarten zu gehen. Dann wandte er sich mir plötzlich zu, strahlte mich an und es sprudelte aus ihm heraus: „Du hast meine Laterne gesegnet!“

Diese Begegnung ist für mich nicht banal, denn sie zeigt, was pastorale Arbeit sein kann: In Kooperation mit anderen etwas zu planen und umzusetzen, was guttut. In diesem Fall hatte ich mit den Mitarbeiter:innen vom Cyriakus-Kindergarten den Martinsgottesdienst vorbereitet. Das war uns gelungen. Ca. 100 Kinder standen auf dem Gelände gruppenweise mit Flatterband getrennt voneinander, und dieser Junge hat sich innerhalb dieser Gemeinschaft ganz persönlich angesprochen gefühlt. Es ging um seine Laterne, es ging um ihn. Und es war etwas geschehen, was über unser Tun hinausging. Er hat Segen erfahren. Das Mindeste, was man sich als Seelsorgerin wünscht, ist, dass man anderen in ihrer Gottesbeziehung nicht im Wege steht. Wenn man jemanden darin auch noch bestärken kann, ist das umso besser.

 

Die Entscheidung

Begegnungen wie mit diesem Kind sind eine große Freude. Ich bin dankbar, dass ich Ähnliches in den vergangenen 7,5 Jahren immer wieder hier bei Ihnen im Kahlgrund erleben durfte (bzw. und noch besser: wir gemeinsam erleben durften).

Vor einem Jahr hatte mir die Personalabteilung des Bistums Würzburg mitgeteilt, dass ich nach den Regularien definitiv im Sommer 2021 die Stelle wechseln muss.

Die innere Auseinandersetzung damit war schwer für mich, da ich sehr gerne hier gearbeitet und gelebt habe. Es war ein längerer Prozess, bis ich das so für mich akzeptieren konnte.

In den vergangenen Monaten gab es dann einen Konflikt über Rolle und Zusammenarbeit. Die Hauptabteilung Personal des Bistums Würzburg hat diesen Konflikt kurzfristig mit der Entscheidunggelöst, dass ich ab Mittwoch, 7. April 2021 nicht mehr hier als Pastoralreferentin tätig bin.

Mein Arbeitsende hier ist also drei Monate vorgezogen, mehr ist nicht geschehen. Es gibt auch keinerlei arbeits- oder strafrechtliche Vorwürfe gegen mich. Ich bin körperlich und seelisch gesund und nicht vom Glauben abgefallen. (Das schreibe ich so ausführlich, damit keine Gerüchte aufkommen.) Ich möchte ausdrücklich betonen, dass ich von den Verantwortlichen in Würzburg jederzeit wertschätzend und fair behandelt worden bin.

Meine Tätigkeit hier findet also nun ein eher abruptes Ende, und ich verabschiede mich mit diesem Brief von Ihnen. Allen, die ich schon zu meiner geplanten Abschiedsparty am letzten Junisamstag im Pfarrgarten in Schimborn eingeladen hatte, muss ich sagen, dass sie leider nicht stattfinden wird -unabhängig von der Pandemielage.

 

Was ich mir wünsche

Ich wünsche mir, dass mein Weggang nützt. Dass er dem Seelsorgeteam einen Neuanfang im Hinblick auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in allen Fragen ermöglicht. Spätestens im Herbst werden voraussichtlich neue Seelsorger:innen kommen, und ich wünsche ihnen, dass sie auf eine offene, unbelastete Atmosphäre treffen, die es ihnen ermöglicht, mit ihren Ideen und ihrem Engagement hier im Kahlgrund Fuß zu fassen.

Sicherlich gibt es unter Ihnen einige, denen meine Persönlichkeit gegen den Strich ging oder die mein Handeln nicht nachvollziehen konnten. Manchen bin ich gleichgültig. Andere waren mit mir zufrieden, haben meine Art und meine Bemühungen, das Evangelium in Wort und Tat zu verkünden, geschätzt. Gerade letztere bitte ich, dass die Entscheidung der Personalabteilung Sie nicht negativ gegen das Seelsorgeteam und seine Leitung einnimmt. Im Mitleben in der Gemeinde (egal wo und wie) und im haupt- und ehrenamtlichen Engagement geht es um Jesus Christus und die Menschen. Der Raum, der dann entsteht, ist Kirche. Ihm fühle ich mich verpflichtet, und Sie vermutlich auch. In den Texten des zweiten Vatikanischen Konzil heißt es (LG 1): „Christus ist das Licht der Völker. ... Die Kirche ist ja in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit.“ Dass Kirche dieses Werkzeug ist, ist sie von Gott her (nicht weil wir Christen so toll wären). Diese Sicht der Kirche ist Grund dafür, dass ich - zumindest bis jetzt, und ich hoffe, auch weiterhin - nicht die Zuversicht verloren habe. Sicherlich werden viele momentan sichtbare Erscheinungsformen der römisch-katholischen Kirche vergehen - zum Teil bedauerlich, zum Teil Gottseidank; aber dieWahrheit des Evangeliums, die Sakramentalität der Wirklichkeit und das Glück unserer Erlösung, unserer Befreiung durch Jesus Christus wird bleiben. Und es wird Menschen geben, die versuchen, in Glaube, Liebe und Hoffnung zu leben und zu wachsen.

 

Was bleibt

Was mir bleibt, sind Erinnerungen an unzählige gute und schwere (die sind auch nützlich!) Erfahrungen, Begegnungen, Erlebnisse. Zählbar und nachweisbar ist das Wenigste. So ist gelebtes Leben. Vieles durfte ich lernen, manches anpacken und gemeinsam mit Ihnen auf den Weg bringen. Scheitern gab es natürlich ebenfalls. Ich habe es geschätzt, dass ich in allen Bereichen (auch in caritativen!) tätig sein konnte.

Zu vielen Kindern, Jugendlichen, Frauen und Männern kann ich dankbar sagen: Es war schön, Sie kennengelernt zu haben. Und in diesen Tagen denke ich noch mehr als sonst an die Menschen, die ich beerdigt habe.

Ich wünsche Ihnen sehr, dass Sie gut durch die nächsten Monate der Pandemie kommen. Sie hat viele Begegnungen verhindert, aber wir können uns trotzdem miteinander verbunden fühlen.

Enden möchte ich mit diesem Wort des Paulus aus dem Römerbrief:„

„Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Gewalten, weder Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“

Gottes Segen für Sie

Stefanie Krömker

Akazienweg 7

63776 Mömbris

stefanie.kröDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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