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Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben. Neun Leute aus unserer Doppel-PG waren im Mai auf den Spuren des Hl. Franziskus in Assisi unterwegs. An dieser Spurensuche lassen wir Sie gerne teilnehmen, kommen Sie mit!

Erste Spur: Verlass Dich auf die Freundlichkeit von Fremden

Jesus hat seine Jünger angewiesen nichts auf Reisen mitzunehmen. Sie sollten sich auf die Gastfreundlichkeit vor Ort verlassen. Ebenso hielt es der Heilige Franz. Ganz arm und besitzlos zog er durchs Land und lebte von dem, was er geschenkt bekam. Zugegeben: Ohne Gepäck waren wir nicht unterwegs. Doch ein Erlebnis hat uns begeistert. Bei großer Hitze waren wir unterwegs, um zu einem Kloster oberhalb von Assisi aufzusteigen. Die Gehzeit hatte ich falsch kalkuliert. Um 14.55 Uhr waren wir noch eine gute halbe Stunde vom dem Kloster entfernt, wo wir um 15.00 Uhr einen Termin für einen Gottesdienst vereinbart hatten. Ein wenig enttäuscht und stark verschwitzt schleppten wir uns nach oben. Da winkt uns plötzlich ein Mitglied unserer Wandergruppe. Sie hatte gerade einen Pick-Up (ein Auto mit Ladefläche) angehalten. Der italienische Fahrer lud uns ein, auf die Ladefläche zu klettern. So fuhren wir in fünf Minuten bei kühlem Luftzug den Berg hinauf und kamen angenehm erfrischt um Punkt 15 Uhr am Kloster an. Für die Gruppe war es ein kleines Wunder. Gott tut nichts anderes als fügen, meinte einer.

Zweite Spur: Mit dem Evangelium konfrontiert

So herrlich einige Städte in der Region anzuschauen waren, so verfallen und desolat wirkten manche Randbezirke dieser Orte. Italien leidet unter einer anhaltenden Wirtschaftskrise und hoher Arbeitslosigkeit. Mit Bettlern in den Städten konfrontiert, stellten wir uns der Frage, ob unser Handeln dem Evangelium entspricht. Von Franziskus wird erzählt, dass er einem Bettler, den seine Brüder an der Klosterpforte abgewiesen hatten, hinterher lief. Er entschuldigte sich bei ihm und beschenkte ihn mit dem ganzen Essen, das er gerade für seine Gemeinschaft erbettelt hatte.

Zu einer weiteren Auseinandersetzung führte das karge, entbehrungsreiche Leben von Franziskus und Klara. Sie hielten oft strenge Bußübungen ab, schliefen auf schlichten Steinen, lebten in klirrender Kälte. Jahrelange Krankheitsphasen waren für beide die Folge. Hier fragten wir uns nach dem Zeitgeist und Sinn der damaligen Bußpraktiken. Will Gott nicht, dass wir heil und glücklich sind? Ein inneres Fragezeichen blieb.

Dritte Spur: Das Lob der Schöpfung

Unsere Pilgerreise führte uns bei Wanderungen durch wunderschöne blühende Landschaften, sanfte Bergwelten und durch Olivenhaine. Die Region Umbrien könnte man fast den ‚Spessart Italiens‘ nennen. Wildschweine und Trüffel, dunkelgrüne Wälder und in die Natur eingebettete Einsiedeleien lassen einen fast ganz von selbst in ein großes Loben und Staunen über Gottes Schöpfung einstimmen. Kein Wunder, dass hier der Hl. Franziskus seinen Sonnengesang ‚Laudato si‘ gedichtet hat. Hier kann die Seele zur Ruhe kommen und aufblühen wie tausende Blüten, die im Mai die Wiesen in ein buntes Kleid tauchen. Erstaunlich, dass die italienische Region Umbrien – im Gegensatz zur vielbereisten Toskana – vielen Menschen nahezu unbekannt ist.

Es grüßt sie mit dem franziskanischen Gruß ‚pace e bene‘ – ‚Frieden und Gutes‘!

Katja Roth, Pastoralreferentin

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