Zum Nachdenken
Liebe Mitchristen,
vor einigen Jahren lief im WDR - Fernsehen die Reihe „Warum Christen glauben“. Eine Sendung beschäftigte sich auch mit dem Thema „Heiliger Geist“. Dem Zuschauer wurde folgende Szene gezeigt: Ein Ehepaar ging schweigend durch eine wunderschöne Winterlandschaft. Die Sonne schien von einem wolkenlosen Himmel. Plötzlich fing der Mann an zu sprechen. Die Frau reagierte mit folgenden Worten darauf: „Jetzt ist er weg!“ Der Mann verstand nicht, was die Frau meinte und fragte nach: „Wer ist weg?“ „Der Heilige Geist“, antwortete die Frau. Der Mann schüttelte nur verständnislos den Kopf. Doch die Frau versuchte es ihm zu erklären. Durch sein Reden ging die friedliche Stille und die intensive Nähe zu ihrem Mann, die sie in ihrem Herzen gespürt hatte, verloren. Es war wieder alles wie sonst auch. Das Besondere des Augenblicks war wie weggeblasen.
Sehnen wir uns nicht alle im tiefsten Inneren nach Frieden? Diese Sehnsucht wird in Erfüllung gehen, wenn wir bereit und offen sind den Heiligen Geist auch in unser Leben, in uns einzulassen und wirken zu lassen. Dann wird sich unser eigenes Leben und das der Menschen um uns herum verändern. Dabei sind es nicht die großen und lauten Dinge, die uns den Heiligen Geist spüren und erleben lassen, sondern die kleinen Dinge, wie z.B. ein liebevoller Blick, ein kleiner Blumengruß von den Kindern, ein gutes Wort oder ähnliches. In solchen Erlebnissen spüren wir, wie uns das Herz aufgeht und sich Frieden ausbreitet.
Paul Weismantel beschreibt diese Gedanken so:
Wir können sie erleben, die Wunder des Heiligen Geistes, wenn wir hellhörig genug sind für sein leises Wehen, für seine verhaltenen Töne,für sein sanftes Säuseln mitten im Lärm unserer Tage.
Wir können sie empfangen, die Gaben des Heiligen Geistes, wenn wir uns nicht länger einbilden, alles selbst und aus eigenen Kräften schaffen zu müssen, sondern uns helfen und beschenken lassen.
Wir können sie entdecken, die Schätze des Heiligen Geistes, die er so vielfältig und verschiedenartig in uns hineinlegt, wenn wir mehr auf das achten, was uns einzigartig und liebenswürdig und wertvoll macht.
Wir können sie feiern, die Eingebungen des Heiligen Geistes, die seit dem ersten Pfingsten damals in Jerusalem bis auf den heutigen Tag weiterwirken in vielfältiger Weise.
Dass uns der Heilige Geist diesen inneren Frieden und die Gelassenheit schenkt und wir auch bereit sind, ihn einzulassen, das wünsche ich uns allen von ganzem Herzen.
In diesem Sinne Ihnen allen ein frohes Pfingstfest!
Ihr Pfarrer Matthias Rettinger, Kaplan Stephen,
Andrea Englert, Gem.-ref. und Monika Achnitz, Gem.-ref.
Herzlich willkommen
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Interpret: VIA NOVA
